| Den Streit um die Eigentumsrechte an den
„Ur-Exemplaren“ der Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen zwischen
der Brüder-Grimm-Gesellschaft e.V. in Kassel und der dortigen Universitätsbibliothek
hat der Hanauer Landtagsabgeordnete Aloys Lenz (CDU) zum Anlass genommen,
eine Parlamentarische Anfrage an die Hessische Landesregierung zu richten.
Lenz bezieht sich dabei auf entsprechende Meldungen regionaler Zeitungen.
Dort wurde von dem Geschäftsführer der Brüder-Grimm-Gesellschaft
in Kassel der nicht nachvollziehbare Eigentumsanspruch auf die
Handexemplare erhoben. Die Universitätsbibliothek Kassel, Nachfolgerin
der Hessischen Landesbibliothek, ist bisher als unumstrittene Eigentümerin
aufgetreten. Da sie eine Landeseinrichtung ist, so erklärte Lenz, habe
die Öffentlichkeit ein Anspruch darauf zu wissen, ob die Handexemplare
der Kinder- und Hausmärchen der Allgemeinheit oder einem Verein gehören.
Immerhin seien die insgesamt neun Bände mit Anmerkungen und
Korrekturen der Brüder Grimm von der UNESCO in das
Welt-Dokumentenerbe aufgenommen worden. Der Abgeordnete betrachtete es als
wenig konstruktiv, wenn sich zwei Institutionen, die sich mit dem Leben
und Werk der großen Söhne Hanaus und Hessens befassen, öffentlich um
Eigentumsansprüche streiten.
Lenz möchte deshalb mit seiner Anfrage von
der Hessischen Landesregierung Auskunft über die tatsächlichen Besitz-
und Eigentumsverhältnisse an den unschätzbar wertvollen Büchern der Brüder
Grimm.
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